MINBODY & PAIN REPROCESSING THERAPY

Neuroplastische Symptome verlernen


neuro, was? Neuroplastisch!

Das Gehirn kann alle möglichen Symptome und Beschwerden erlernen, die zwar körperlich und vollkommen real empfunden werden, aber keinen Ursprung in einem körperlichen Schaden oder einer Krankheit haben. Diese Symptome nennt man u.a. neuroplastisch, noziplastisch oder TMS.

Ich bevorzuge den Begriff „neuroplastisch“, da er die Veränderungsfähigkeit des Gehirns betont. Denn diese erlernten Symptome können auch wieder verlernt werden und damit verschwinden.

Dieses Lernen geschieht unbewusst und ist keine bewusste Entscheidung. Menschen suchen sich ihre Symptome nicht aus und tragen keine Schuld daran.

Wenn das Gehirn Gefahr sieht, wo keine ist.

Schmerzen und körperliche Beschwerden wie z. B. Müdigkeit, Übelkeit oder Schwindel sind wichtige Signale, die uns vor Bedrohungen schützen sollen. Wenn die Hand auf der heissen Herdplatte weh tut, schützt mich dieser Schmerz, denn ich nehme die Hand dadurch aus der Gefahrenzone.

Allerdings kann dieser Schutzmechanismus auch durcheinandergeraten und Gefahr sehen, wo keine ist. Dadurch können Symptome als Schutzreaktion entstehen, obwohl es eigentlich keinerlei Schutzes bedarf.

Schmerzen und andere Beschwerden sind letztlich eine Interpretation des Gehirns: Manchmal ist diese Interpretation korrekt, manchmal falsch.


Pain reprocessing therapy

Pain Reprocessing Therapy (PRT) ist ein System psychologischer Techniken, das das Gehirn darauf trainiert, Signale aus dem Körper korrekt zu deuten und entsprechend zu reagieren, um den Kreislauf chronischer Symptome zu durchbrechen. Während viele Behandlungen darauf abzielen, Symptome zu lindern, ist PRT eine evidenzbasierte Methode, die darauf abzielt, neuroplastische Symptome vollständig zu beseitigen. In der PRT arbeiten wir u.a. daran → Symptome anders und mit weniger Angst und mehr Sicherheit wahrzunehmen und zu bewerten → dem Gehirn durch neue Erfahrungen zeigen, dass keine Gefahr besteht.

Es heißt zwar „Pain Reprocessing Therapy“, aber dabei geht es nicht nur um Schmerzen, sondern um alle möglichen Symptome, die unser Gehirn hervorbringen kann. Einige Beispiele: Schmerzen: Rücken-, Nacken-, Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Erschöpfung und starke Müdigkeit, Schwindel oder Benommenheit, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden, Druck- oder Spannungsgefühle, Tinnitus oder andere Ohrgeräusche, Verschwommenes Sehen oder Lichtempfindlichkeit, Schlafprobleme, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht oder Berührung


Sind meine Beschwerden neuroplastisch verursacht?

Zu den wichtigsten Hinweisen auf neuroplastische Symptome gehören:

  • Trotz einer qualitativ hochwertigen und gründlichen Untersuchung kann kein eindeutiger und ausreichender körperlicher Ursprung der Symptome festgestellt werden. 
  • Medizinische Behandlungen sorgen höchstens für eine vorübergehende Linderung. 
  • Die Symptome sind während einer stressigen oder emotional herausfordernden Zeit entstanden.
  • Viele verschiedene Symptome wechseln sich immer wieder ab. 
  • Es gibt starke Inkonsistenzen darin, was die Symptome verstärkt und was nicht. Es scheint vieles keinen Sinn zu ergeben. 
  • Die Symptome reagieren sehr stark auf Stress. 
  • Sie denken sehr häufig oder sogar ständig an die Symptome. 
  • Werden die Symptome durch harmlose Reize getriggert, wie Licht, Geräusche etc.?

Finden wir es zusammen heraus.

Obwohl es keine verlässliche Checkliste mit einer festen Punktzahl gibt, die eindeutig bestätigt, dass die Symptome neuroplastisch sind, ist es auch nicht notwendig, dass alle Punkte auf Sie zutreffen. Manchmal sind es viele, manchmal nur wenige.

Diese Fragen sind jedoch ein guter erster Schritt. In einem persönlichen Abklärungsgespräch finden wir zusammen heraus ob Ihnen das Coaching helfen könnte und wie wahrscheinlich ein neuroplastischer Ursprung ist.


EAET | emotional awareness and expression therapy

EAET steht für Emotional Awareness and Expression Therapy – auf Deutsch etwa Therapie zur emotionalen Wahrnehmung und zum Ausdruck von Emotionen. In der EAET geht man davon aus. dass nicht verarbeitete oder unterdrückte Emotionen zur Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen und anderer körperlicher Symptome beitragen können. Ziel ist es, festgefahrene emotionale Muster zu verändern und dem Nervensystem mehr Sicherheit zu vermitteln. 

Im Kontext von neuroplastischen Symptomen geht es dabei vor allem darum, einen möglichen Zusammenhang zwischen Emotionen, Stress und körperlichen Symptomen zu untersuchen – und darum, wie ein anderer Umgang mit Emotionen beim Verlernen von Symptomen helfen kann.


PRT und EAET – unter anderem bekannt aus diesen beiden wundervollen Büchern


Ist der Ursprung von Long Covid auch neuroplastisch und verlernbar?

Begeben wir uns auf die Suche!

Die Podcast-Serie „So Long Covid“ beschäftigt sich mit dieser Frage, und ich bin sehr dankbar, dass ich auch – in Folge 4 – zu Wort komme. Immer mehr Menschen berichten, dass sie mit Methoden wie PRT und EAET vollständig genesen sind.

Auch wenn noch viel Forschung notwendig und wichtig sein wird, bin ich sicher, dass neuroplastische Methoden noch vielen Menschen mit Long COVID helfen werden.


Fragen und Antworten:

Sind alle chronischen Symptome neuroplastisch und verlernbar?

Nein. Und eine seriöse und gründliche ärztliche Untersuchung sollte in jedem Fall erfolgen, um keine Ursache zu übersehen, die ärztlich behandelt werden sollte.


Stehen diese Methoden zum Verlernen neuroplastischer Symptome im Widerspruch zur konventionellen Medizin?

PRT sowie EAET sehen sich in keiner Weise als Ersatz oder Gegner der „konventionellen“ Medizin. Besonders bei akuten Symptomen leistet unser tolles medizinisches System Grosses. Im Hinblick auf neuroplastische Symptome möchten wir jedoch gerne einen Beitrag zum bestehenden medizinischen System leisten.


Haben diese Methoden etwas mit Esoterik zu tun?

Nein. Diese Ansätze arbeiten mit keinerlei esoterischem Glauben.


Können diese Methoden allen mit neuroplastischen Symptomen helfen?

Ich schätze, dass es leider keine Methode gibt, die allen Menschen helfen kann. Dennoch bin ich sehr von der Wirksamkeit dieser Ansätze überzeugt.


Gibt es auch Mischformen aus strukturell verursachten Symptomen – also Symptomen, deren Ursprung in einem körperlichen Schaden oder einer Krankheit liegt – und neuroplastischen Anteilen?

Ja. Symptome können sowohl strukturelle als auch neuroplastische Anteile haben. 


Können diese Methoden auch bei Hochsensibilität helfen?

Hochsensibilität kann als Segen und als Fluch erlebt werden. Dort, wo sie als Letzteres erlebt wird, können diese Methoden wunderbare Dienste leisten.